Zürcher Finanzbrief Ausgabe 21/24

Der Zürcher Finanzbrief vom 09. Oktober 2024

Zürcher Börsenbriefe - Zürcher Finanzbrief Ausgabe 21/24

 

Reicht die Kraft noch für eine Weihnachtsrallye? Nach dem kurzen, aber scharfen Dip im August haben sich die Aktienmärkte wieder ausgezeichnet erholt und preschen ungebremst weiter nach oben. Unterstützt durch eine Gruppenrotation aus den Big Techs in die Blue Chips und in Spezialsituationen hinein, was neue Munition für zusätzliche Bewertungssteigerungen liefert. Denn die schwergewichtigen Big Techs korrigieren gleichzeitig keinesfalls, sondern laufen bisher stabil seitwärts. Unübersehbar ist, dass die Bullen mit aller Kraft weiter vorankommen und vor allem die enormen Kursgewinne ins neue Jahr hineintragen wollen. Denn die institutionellen Investoren rechnen zum Jahresende ab und wer die hohe Performance bis dahin halten kann, wird mit hohen Bonizahlungen und Performance-Fees belohnt. Das Eigeninteresse des Marktes an einem starken 4. Quartal ist also sehr hoch. 

Baustellen und potenzielle Risiken gibt es genug. Angefangen von der wirtschaftlichen Schwäche Chinas und Europas, über einen möglichen grossen Krieg mit dem Iran, den US-Präsidentschaftswahlen bis hin zu der ausserordentlich hohen Kursvolatilität im chinesischen und japanischen Handel. Es mangelt nicht an Stolpersteinen. Doch die Bullen werden sich weigern, hohe Risikoprämien einzupreisen. Stattdessen wird man ad hoc reagieren, wenn sich ein Risiko wirklich realisieren. Wie das funktioniert, können Sie an der Kursentwicklung im chinesischen Aktienmarkt ablesen. 

 

S&P 500 Vergleich CSI 300 Index

 

USA long und China short war die beliebteste Anlagestrategie seit Jahresbeginn. Eine echte Absicherung oder gar Zurückhaltung beim Investieren waren nicht zu finden. Die grossen Hedge Funds waren «all in» gegangen. Und bezahlen derzeit einen hohen Preis. Denn die Short-Spekulationen gegen China flogen ihnen in den letzten zwei Wochen nicht nur um die Ohren, sondern erzeugten massive Verluste. Warum? Weil die Short-Seller auf einen trockenen Markt stiessen, als sie aus dem Stand heraus ihre Positionen durch Rückkäufe eindecken mussten, nachdem Peking die Konjunktur-Bazooka herausholte. Mit fatalen Konsequenzen, denn die Verluste bei Short-Positionen kennen kein Limit. Wir müssen also damit rechnen, dass die eine oder andere Adresse gerade schwebend insolvent ist. 

Wir bleiben bullish, aber mit Sicherheitsnetz. Auf der Aktienseite werden die Positionen konsequent mit Stop-Loss-Limits abgesichert, denn im Zweifel ergeben sich die Kursreaktionen schneller als Sie am Computer reagieren können. Wir kaufen dort weiter zu, wo sich attraktive Equity-Storys entfalten, die unabhängig vom Gesamttrend bestehen können. So bleiben wir im Spiel, ohne zu viel zu riskieren. 

 

Die Themen der aktuellen Ausgabe:

  • New York: Hoher Optimismus vor den Zahlen.
  • Kann Frankfurt der Rezession trotzen?
  • Wien und Zürich bleiben im Abseits.
  • Atom-Rallye im Boom-Modus.
  • Curtiss-Wright ist perfekt für die Atom-Renaissance positioniert. 
  • BWX Technologies ist der Allrounder im Atom-Geschäft.
  • Neues Atom-Depot fasst die Rallye zusammen. 
  • Monster Short-Squeeze in China. 
  • Charttechnik: Leonteq mit starkem Kaufsignal. 
  • Trading: Evonik auf neuem 52-Wochenhoch.
  • Stop-Loss-Limits: Update
  • Konservatives Musterdepot: Update
  • Spekulatives Musterdepot: Update